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Zusatzstoff-Lexikon

Funktionale Additive

Flüssigrauch - -

Der technische Fortschritt erspart der Fleischwirtschaft das seit Jahrtausenden übliche, monatelange Räuchern von Wurst oder Schinken in dünnem, kaltem Rauch. Flüssigrauch wird bei der Holzkohleherstellung gewonnen. Dabei entsteht ein beißender Rauch, der durch ein Wasserbad geleitet wird. Von dieser Rauchlösung scheidet sich eine Teerphase ab, die einen Großteil der schädlichen Begleitstoffe, wie etwa das krebserregende Benzpyren, enthält. Der verbleibende, gereinigte Extrakt verströmt ein intensives Raucharoma.

Erfunden wurde der Flüssigrauch per Zufall bei der Rauchgasreinigung von Industrieschloten. Da niemand wusste, wohin mit dem "Waschwasser", ließ man es in alten Fässern herumstehen. Dabei trennte sich die wässrige Lösung mit den Aromastoffen vom gesundheitsschädlichen Teer. Flüssigrauch fehlt allerdings die konservierende Wirkung der tradionellen Kalträucherung.

Bewertung: Bei ordnungsgemäßer Herstellung sind Flüssigräuche gesundheitlich unbedenklich. Dennoch stellt die Auslobung von aromatisierten Fleisch- und Fischprodukten als geräucherter Schinken oder Räucherlachs aus unserer Sicht eine Täuschung des Verbrauchers dar.

Zusammengestellt von Udo Pollmer, Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V.