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Im juristischen Sinne kein Süßstoff, da Glycyrrhizin Bestandteil der Süßholzwurzel ist, die seit Jahrtausenden als Süßungsmittel aber auch als Arzneimittel verwendet wird. Süßholz gilt als schleimlösend, krampflösend und entzündungshemmend (v.a. bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren). Neuerdings wird ihm auch eine antivirale Wirkung zugeschrieben.Glycyrrhizin ist 50 bis 100 mal süßer als Zucker und traditioneller Bestandteil von Lakritzprodukten und Anisettes, Ouzo oder Raki.
Heute wird es gern in unterschwelliger Dosierung als Geschmacksverstärker eingesetzt. Eine Zulassung als Zusatzstoff ist nach europäischem Recht nicht erforderlich. Dank seiner ausgeprägten pharmakologischen Effekte sind Nebenwirkungen häufig: Vor allem Kopfschmerzen, Schwindel, hoher Blutdruck und Wassereinlagerungen (Ödeme) aber auch Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche. Die Lakritzvergiftung (?Pseudohyperaldosteronismus?) löst ähnliche Effekte aus wie eine krankhafte Überproduktion des Hormons Aldosteron. Glycyrrhizin blockiert außerdem die Umwandlung von körpereigenem Cortisol in Cortison.Nach den Worten des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (bgvv) können ?Lakritzerzeugnisse, die mehr als 200 mg Glycyrrhizin/100 g enthalten, nach regelmäßigem Verzehr von mehr als 50 g pro Tag bei bestimmten Personen Nebenwirkungen auslösen ... Das betrifft vor allem Verbraucher, die an Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes leiden, sowie Schwangere. Allerdings erfahren Verbraucher nicht, wie hoch der Glycyrrhizingehalt ihrer Lakritze ist, da dies nicht deklariert wird. Deshalb wird Betroffenen zu Zurückhaltung geraten.
Bewertung: Obwohl natürlicher Bestandteil traditioneller Lebensmittel kann Glycyrrhizin ausgeprägte pharmakologische Wirkungen entfalten. Insofern ist eine Ausweitung des Einsatzes außerhalb traditi-oneller Produkte nicht erwünscht
Zusammengestellt von Udo Pollmer, Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V.