Lexikon der Zusatzstoffe

 
Konservierungsstoffe

E 246 Glykolipide

Neu zugelassenes Konservierungsmittel für Erfrischungsgetränke. Die Wirkstoffe, sog. Glycolipide, müssen zuvor aus dem Pilz Dacryopinax spathularia (Witch‘s Butter, „Hexenfett“) isoliert werden.

Dessen orangefarbenen gallertartigen Fruchtkörper wachsen in den Tropen und Subtropen auf faulendem Holz. Der als „Hexenbutter“ bekannte Pilz gilt als essbar und wird kommerziell zur Gewinnung von Zusatzstoffen kultiviert. Leider verschmähen die Afrikaner diesen „Speisepilz“, aber in China sei er eine gelegentliche Zutat von „Buddha‘s Delight“: Eine Mixtur aus veganem Schnickschnack wie Adlerfarn, Gluten und Stinkmorcheln, die in Sojasoße erhitzt werden.

Um die Glykolipide zu gewinnen, wird der geerntete Pilz als Submerskultur mit Glukose unter Zugabe eines Hefeautolysates fermentiert. Die Lösung wird per Mikrofiltration von Zellen befreit, die Glykolipide mit Säure ausgefällt und mit Natronlauge gewaschen. Anschließend wird pasteurisiert und sprühgetrocknet. Ergebnis ist ein hellbraunes Pulver.

Dacryopinax spathularia: „Hexenbutter“ Von Werbetextern in „süßer Osmanthus-Ährenpilz“ umgetauft. Sein Geschmack gilt als langweilig. Mykologen warnen vor Verwechslungen mit ungenießbaren und giftigen Doppelgängern.