Lexikon der Zusatzstoffe

 
Füllstoffe

E 422 Glycerin

Wichtiges Trägerlösemittel, Feuchthaltemittel und Weichmacher von süßlichem Geschmack. Früher zum Panschen von Wein verwendet, E 422 sorgte für eine gewisse „Öligkeit“. Heute für Gelatineüberzüge von Fleischerzeugnissen, essbare Kunstdärme sowie Kaugummi.

Alle natürlichen Fette sind aus Fettsäuren und Glycerin aufgebaut. Bei der Verdauung wird daraus Glycerin freigesetzt und vom Körper verwertet. Insofern handelt es sich um einen normalen und reichlich vorhandenen Nahrungsbestandteil. Allerdings kann es bei Einnahme größerer Mengen an reinem Glycerin zu Rauschzuständen, Kopfschmerzen, Blausucht und Nierenschmerzen mit blutigen Durchfällen kommen.

Feuchthaltemittel für Tabak; mit dem Rauch von Wasserpfeifen werden erhebliche Mengen inhaliert. Wichtig für Schuhcreme, Kosmetika und zur Herstellung von Nitroglycerin. In Zäpfchen zur Steigerung des Defäkationsreizes.

Glycerin ist ein Abfallprodukt, das früher vor allem bei der Herstellung von Seife anfiel. Heute bleiben bei der Synthese von Biodiesel aus Rapsöl gewaltige Mengen übrig. Deshalb mittlerweile wichtiges Futtermittel für Rinder. Substrat für Biogas-Anlagen. Für Bio-Lebensmittel zugelassen.

Bewertung: Als Zusatzstoff in Lebensmitteln aufgrund der geringen Menge unbedenklich. Doch die Verlockung, damit Wein zu verfälschen, besteht nach wie vor.